Chemische Struktur der Salicylsäure:
Viele rezeptfrei erhältliche Schmerz- und Fiebermittel enthalten Acetylsalicylsäure (Aspirin), die mit einer Halbwertszeit von circa 15 Minuten im Organismus in Salicylsäure/Salicylat und Essigsäure gespalten werden.
Salicylsäure wirkt analgetisch und antipyretisch. Ähnlich wie Paracetamol hemmt auch Salicylsäure die Cyclooxigenase, die bei der Bildung der Prostaglandine im Spiel ist. Salicylsäure beeinflusst ausserdem das temperaturregulierende Zentrum im Hypothalamus.
Anders als Paracetamol beeinflusst die Salicylsäure aber auch die Blutgerinnung: sie hemmt die Entstehung der Thromboxane, welche die Thrombozytenaggregation fördern. Das Ergebnis ist eine verlängerte Blutungszeit.
Proteinbindung: 60 - 90 %, konzentrationsabhängig, hauptsächlich an Albumin
Metabolismus: Der Hauptmetabolit (ca. 75 %) ist die Salicylursäure, die durch Kopplung von Salicylsäure an Glycin entsteht. Weitere Metabolite sind die beiden Glucuronide der Salicylsäure. Die Metaboliten werden im Urin ausgeschieden.
Etwa 10 % der Salicylsäure werden unverändert durch die Niere ausgeschieden. Die Salicylsäure liegt dann in dissoziierter Form als Salicylat vor, das im Tubulus nicht mehr zurückresorbiert wird.
Eliminations-Halbwertszeit: 2 - 3 Std. (nach Einnahme von < 3 g), dosisabhängig verlängert bei Intoxikationen, verlängert bei schweren Lebererkrankungen